VMTA – ein verkanntes Berufsbild?

Rinderwahn, Vogelgrippe, Lebensmittelskandale, EHEC bestimmen die Schlagzeilen unserer Medien. Wir werden über Spekulationen und Ergebnisse informiert, doch zumeist erfährt man wenig über die, die sich in akribischer Kleinarbeit der Bekämpfung dieser „Seuchen“ widmen. Einige davon sind Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten (VMTAs).

Schaut man sich in den Medien nach dem Berufsbild des MTA um, so fällt auf, dass VMTAs im Vergleich zu den anderen drei Fachrichtungen relativ selten genannt werden. Und das, obwohl in Zeiten von EHEC, Vogelgrippe oder BSE gerade dieser Berufsgruppe eine große Bedeutung zukommt. Vielleicht liegt es daran, dass der Öffentlichkeit diese Bedeutung nicht bewusst ist bzw. die entsprechenden Medien nicht in der Lage sind, diese zu vermitteln. Ein Grund hierfür könnte sein, dass es ein gewisses Informationsdefizit über den Tätigkeitsbereich und die eigentliche Aufgabe der VMTAs gibt. Daher möchten wir an dieser Stelle mal etwas näher auf das Berufsbild des VMTA eingehen.

Prinzipiell werden VMTAs u.a. in Molkereien, Veterinäruntersuchungsämtern oder -stellen, im Tiergesundheitsdienst und Laboratorien der pharmazeutischen Industrie beschäftigt. Selten haben sie dabei mit lebenden Tieren zu tun, sondern arbeiten vorwiegend im Labor und widmen sich der Untersuchung von Organ- oder Gewebeproben, Zellkulturen und Körperstoffen. 

Aufgaben der VMTAs
Ihre Hauptaufgabe besteht in der Unterstützung zur Diagnostik von Tierkrankheiten, Tierseuchen oder zur Überprüfung von vom Tier stammenden Lebensmitteln. Überall dort also, wo der Verdacht auf gesundheitsschädigende Erreger aufkommt wie beispielsweise Salmonellen oder ein Parasiten- bzw. Erregerbefall von Tieren, Milch- oder Fleischprodukten vermutet wird, ist das Know-How der Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten gefragt. Dann leisten VMTAs einen wichtigen Beitrag bei der Erkennung von Tierkrankheiten und Tierseuchen und/oder Verunreinigungen bei Lebensmitteln. Man denke hierbei zum Beispiel an BSE, bakteriellen Befall von Speiseeis oder die Untersuchung gentechnisch manipulierter Lebens- und Futtermittel. 

Oder aber sie antizipieren an der Erprobung neuer für die Gesundheit des Menschen relevanter Medikamente. Veterinärmedizinisch-technische Assistenten (VMTA) sind also auf laboratoriumsmedizinische Untersuchungen in der Tiermedizin und der Lebensmittelanalytik spezialisiert. Es kann aber auch vorkommen, dass VMTAs, sofern das Labor dafür ausgerüstet ist, Bedarfsgegenstände, nicht tierische Produkte oder sogar Kosmetika bakteriologisch untersuchen und analysieren. 

Eine Probe geht ein
Doch wie gestaltet sich der organisatorische Ablauf in einem der oben geschilderten Fälle? Nehmen wir an, das Labor erhält eine Probe, die es zu untersuchen gilt. Als erstes wird die Probe aufbereitet und angelegt. Dann folgt die Bestimmung der Keimzellen und abschließend die sensorische Prüfung, heißt: die Analyse von Farbe, Geruch, Geschmack und Beschaffenheit. Einen Tag später werden computerunterstützt die Keimzahlen ausgezählt und der Nährboden analysiert. Zuletzt folgt dann die Feindifferenzierung, d.h. die Identifizierung der genauen Spezies des Erregers. Eine immer größere Bedeutung kommt dabei den technischen Hilfsmitteln zu wie beispielsweise ständig komplexer agierenden Laborautomaten, Elektronenmikroskopen oder Geräten für die molekularbiologische Diagnostik. Prinzipiell gilt: je größer das Labor, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der VMTA es mit einer ganzen Menge High-Tech zu tun bekommt.

Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass gerade in den großen Labors von den VMTAs eine hohe Flexibilität verlangt wird. Tritt ein Notfall ein, wie beispielsweise eine erhöhte Anzahl von Erkrankungen in Altenheimen oder Kindergärten, so sind die Laboratorien angehalten, ihre Untersuchungen schnellstmöglich durchzuführen. Das kann dann natürlich auch mal über den eigentlichen Feierabend hinausgehen.

Dem VMTA wird in seinem Beruf eine ganze Menge abverlangt, doch vielleicht macht gerade das den Reiz dieses Berufs aus ...und die Tatsache, dass er eine wichtige Aufgabe für Umwelt und Gesundheit von Mensch und Tier erfüllt. Und es wäre schön, wenn die Medien sich einmal eingehender mit diesem Berufsbild beschäftigen würden.