MTRA-Arbeitsplatz: Protonen-Therapie

Die Universitäts ProtonenTherapie Dresden (UPTD) ist eine von deutschlandweit drei universitären Einrichtungen, in denen Tumoren mit der Protonen-Therapie behandelt werden. Nach dem Start im Dezember 2014 profitierten in 2016 bereits 200 Patienten von der neuen, hochwirksamen und vor allem Gewebe schonenden Protonen-Bestrahlung. Das entspricht rund 7.500 Bestrahlungssitzungen.

Zwei MTRA lagern am Behandlungsplatz der Universitäts ProtonenTherapie einen Patienten zur Bestrahlung. / Foto: Uniklinikum Dresden


Obwohl die eigentliche Bestrahlung selbst nur wenige Minuten dauert, muss sie mit hohem Aufwand vorbereitet werden. Grund hierfür ist die extreme Wirkung der auf zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigten Protonen. Sie sollen ihre Energie nur genau dort voll entfalten, wo sich das Krebsgewebe tatsächlich befindet. 

Um neben den hochpräzisen Berechnungen zur Strahlendosis und dem Weg der Protonen zum Tumor ein Höchstmaß an Sicherheit für die Patienten zu gewährleisten, steht im Behandlungsraum des UPTD ein fahrbarer Computertomograph. Mit diesem „CT on rails“ ermitteln die Strahlentherapeuten bei den bereits auf dem Behandlungstisch positionierten Patienten nochmals die exakte Lage des zu bekämpfenden Tumors, bevor die Bestrahlung beginnt.

Zum Einsatz kommt die Protonen-Therapie bei Patienten, bei denen eine reguläre Strahlentherapie lebenswichtige Organe beschädigen würde oder bei denen mit weniger Nebenwirkungen durch die Protonen-Therapie zu rechnen ist. (Wie genau die Protonen-Therapie funktioniert erfährst du hier

Steigende Patientenzahl

Der Zuwachs an Patienten geht einher mit der Ausweitung der Indikationen: Bisher profitierten vor allem Menschen mit Tumoren im Hirn, der Schädelbasis, Speicheldrüsentumoren und Kinder mit unterschiedlichen Krebserkrankungen von der Bestrahlung mit Protonen. Noch in 2016 behandelten die Strahlenexperten die ersten Patienten mit Lungen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Bestrahlungen bei Speiseröhrenkrebs ist in der Vorbereitung.

Über 30 Ärzte, Physiker, Wissenschaftler, MTA und Medizinische Fachangestellte sind an der Versorgung der Patienten beteiligt. Für die ansteigende Patientenzahl hat die Universitäts ProtonenTherapie 2016 ihre Bestrahlungszeiten erweitert. Die Höhe der Bestrahlungsdosis bei der aktuell angewandten Protonen-Therapie am UPTD entspricht der der Photonen-Bestrahlung.

Reduktion der Nebenwirkungen

„Derzeit geht es darum, die kurz- und langfristigen Nebenwirkungen zu reduzieren“, erklärt UPTD-Direktorin Prof. Mechthild Krause. „Bei der Strahlentherapie von Hirntumoren erhoffen wir uns beispielsweise eine Verringerung von Gedächtnisproblemen.“ Diese therapiebedingte Nebenwirkung werten die Wissenschaftler derzeit bei allen mit Protonen bestrahlten Hirntumor-Patienten aus und vergleichen sie mit den Patienten, die eine Photonen-Therapie erhielten. Wenn positive Effekte der Protonen-Therapie nachweisbar sind, sollen in einem zweiten Schritt Patientengruppen mit besonders aggressiven Erkrankungen identifiziert werden. An dieser Gruppe wollen die Experten des UPTD dann untersuchen, ob sich mit einer erhöhten Protonen-Strahlendosis der Tumor besser bekämpfen lässt. Diese Weiterentwicklung erfolgt im engen Austausch mit anderen universitären Standorten.

Verbindung von Forschung und Krankenversorgung

Dresden ist seit 2015 neben Heidelberg der zweite Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). Das NCT hat es sich zur Aufgabe gemacht, Forschung und Krankenversorgung so eng wie möglich zu verknüpfen. Damit können Krebspatienten in Dresden und Heidelberg auf dem jeweils neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelt werden. Gleichzeitig erhalten die Wissenschaftler am NCT durch die Nähe von Labor und Klinik wichtige Impulse für ihre praxisnahe Forschung.

Weitere Infos findest du unter
www.uniklinikum-dresden.de/protonentherapie