Linearbeschleuniger
Mit der Einführung von Linearbeschleunigern und diversen computergesteuerten Ausrichtungsmodellen des Patienten in der Medizin scheint die Krebsbehandlung an deutschen Kliniken einen enormen Sprung nach vorne gemacht zu haben. Interessanter Weise unterliegt die Bedienung dieser hoch technologisierten dabei zumeist MTRA.
Malaria, AIDS, Multiple Sklerose... wir können es mit einer Unmenge an Krankheiten zu tun bekommen. Aber eine besondere Geißel der Menschheit ist der Krebs. Seit Jahrzehnten wird unter Aufwendung enormer finanzieller Ressourcen nach den Ursachen von Krebs geforscht. Und so sehr diese Bestrebungen ins Leere zu laufen scheinen, so enorm scheint die technische Entwicklung bei der Behandlung von Krebspatienten zu sein.
Im medizinischen Sinne handelt es sich bei Krebs um die Neubildung bösartiger Tumore hervorgerufen durch die Entstehung bösartiger Zellen. Eine gängige Behandlungsmethode um diese Zellen zu zerstören ist die Strahlentherapie. Dabei wird durch Röntgenstrahlung das Erbmaterial der Tumorzellen zerstört, so dass eine fortschreitende Ausbreitung dieser Zellen nicht mehr stattfinden kann. Das Ziel hierbei ist allerdings nicht nur die Zerstörung der bösartigen, sondern auch eine möglichst geringe Schädigung der umliegenden gesunden Zellen. Um dies zu erreichen wird die Strahlform der Größe und Form des Tumors soweit wie möglich angeglichen und die abgegebene Energie „geglättet“, d.h homogenisiert.
Nun kann es aber, je nach Art und Lage des Tumors, durchaus sinnvoll sein, einen Tumor nicht großflächig zu bestrahlen, sondern ganz gezielt mit unterschiedlichen Energiedosen. Aus diesem Grund wurden eine Reihe technischer Geräte entwickelt, die eine Bestrahlung in Winkelsegmenten zulassen. Hierbei ist eine Energiestrahlglättung nicht mehr notwendig. Dies wiederum ermöglicht den Einsatz eines größeren Strahlenspektrums und einer höheren Strahlendosis.
Immer mehr Kliniken und Gesundheitszentren in Deutschland setzen mittlerweile verstärkt auf diese technischen Innovationen. So auch das Gamma Knife-Zentrum in Krefeld, das bei der Bekämpfung bösartiger Tumore einen Linearbeschleuniger, also eine hochpräzise Bestrahlungsanlage, einsetzt, der in sich Computertomographie, Bestrahlungstechnik und robotergestützte Patientenlagerung vereinigt. Der Linearbeschleuniger hat Ähnlichkeit mit einem großen Röntgengerät und fährt während der Bestrahlung kreisförmig um den Patienten herum. Er operiert mit verschiedenen Strahlenarten, die sich in ihrer Intensität an der Lage des Tumors orientieren. Der Patient befindet sich dabei auf dem so genannten Hexapod, einem Behandlungstisch, der sich in sechs verschiedene Richtungen bewegen und den Patienten mit einer Genauigkeit im Submillimeterbereich in die exakte Behandlungsposition bringen lässt.
Auch das Universitätsklinikum des Saarlandes arbeitet mit hochmodernen Linearbeschleunigern, die über die schnellsten und modernsten auf dem Markt verfügbaren Blendensysteme verfügen. Zudem befindet sich im Bestrahlungsraum ein CT auf Schienen, was eine optimale Positionierung des Patienten ermöglicht; eine Installation, die ansonsten nur noch in Heidelberg und Dresden zu finden ist.
Das Cyber Knife-Zentrum Norddeutschland verfügt bei der Bekämpfung bösartiger Tumore sogar über einen Linearbeschleuniger, der frei im Raum ausgerichtet arbeitet. Seine Mobilität verdankt er einem Roboterarm, der den Linearbeschleuniger entsprechend positionieren kann. Das besondere hierbei ist nicht nur die präzise Tumorlokalisation, sondern auch, dass die Technologie in der Lage ist, atemabhängige Bewegungen des Patienten auszugleichen.
Und dies sind nur drei Beispiele für den Einsatz immer modernerer Technologien in der Medizin. Allen gemeinsam ist, dass sich die Krebsbehandlung zeitlich ungemein verkürzt, der Patient sich also keiner relativ langwierigen Strahlentherapie mehr unterziehen muss; was besonders geschwächten Patienten zugute kommt. Und dass durch die enorm hohe Präzision des Verfahrens benachbarte gesunde Körperregionen viel weniger in Mitleidenschaft gezogen werden als dass bei herkömmlichen Bestrahlungen noch der Fall war.
Allen gemeinsam ist aber auch, dass durch den Einsatz hoch technisierter Geräte nicht mehr der Neurochirurg oder Radiologe im Vordergrund steht, sondern der MTA, der diese Geräte bedient.
