Interprofessionelle Gesundheitsversorgung - worum geht es?
Im Rahmen des Ausbauprogramms ‚Hochschule 2012‘ des Landes Baden-Würtemberg ruft das Universitätsklinikum Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Universität den in Deutschland einmaligen Studiengang „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ ins Leben. Start: Wintersemester 2011/2012.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit – Schlagworte, die seit Jahrzehnten durch Presse und Wirtschaft gehen, Disziplin übergreifendes Miteinander, die Verzahnung einzelner Wissenschaften, ergänzender und unterstützender Informationsaustausch; macht Sinn und wird auch seit geraumer Zeit in vielen Branchen und Institutionen praktiziert. Doch wie sieht es aus mit Interprofessioneller Zusammenarbeit? Wäre es nicht wichtig gewesen, erst einmal die Zusammenarbeit aller Berufsgruppen eines Fachgebiets zu analysieren, zu fördern, die entsprechenden Mitarbeiter zu sensibilisieren? Anscheinend galt trotz aller gegenteiligen praktischen Erfahrungen hierfür der Grundsatz der Selbstverständlichkeit.
Dass dem nicht so war und ist, dem trägt ab dem kommenden Wintersemester 2011/2012 die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg durch die Einführung des Bachelor-Studienganges „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ („Interprofessional Health Care“) Rechnung.
Es handelt sich dabei um einen achtsemestrigen Ausbildung begleitenden Studiengang, der im medizinischen Bereich wissenschaftliche Grundlagen in Kombination mit einer Ausbildung in den Fachbereichen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Hebammenwesen, Logopädie, Medizinisch Technische Laborassistenz, Medizinisch Technische Röntgenassistenz, Orthoptik oder Physiotherapie vermitteln soll. Dabei finden die ersten fünf Semester zeitgleich zur Ausbildung statt, während die letzten drei Semester im Anschluss an die Ausbildung absolviert werden und mit einem Bachelor of Science (B.Sc.) abschließen.
Ziel des Studienganges ist es, zum einen grundlegende Kenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln, zum anderen die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Berufsgruppen im Gesundheitswesen zu verbessern, eben auch durch die Förderung zur Schaffung eines größeren Verständnisses für die „Anderen“, was letztendlich dann den Patienten zugute kommen würde. „Erste Studien deuten darauf hin, dass Interprofessionelles Lernen positive Auswirkungen sowohl auf die Zusammenarbeit als auch auf die Patientenversorgung hat“, erklärt der Pflegedirektor des Universitätsklinikums, Edgar Reisch und Professor Dr. Joachim Szecsenyi, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung und Leiter des Studiengangs meint: „Eine Vernetzung der Einrichtungen und der darin arbeitenden Personen ist notwendig, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung effektiv und effizient zu gestalten.“
Zudem biete der Studiengang nicht nur eine Zusatzqualifikation in den Gesundheitsberufen, sondern eröffne den Absolventen auch Tätigkeitsfelder etwa im Projekt-Management oder in der Forschung – und könne der beruflichen Karriere dadurch einen deutlichen Schub verleihen, ergänzt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Cornelia Mahler. Und weiter: Die Studierenden erweiterten ihre Perspektive und würden dazu befähigt, Strategien für eine effektive, kollegiale und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Fokus einer optimalen Gesundheitsversorgung zu entwickeln.“
Übrigens nehmen am neuen Studiengang „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ unter anderem Krankenpfleger, Logopäden und Medizinisch-Technische Assistenten teil. Solltet ihr also Interesse an diesem Studiengang haben, sputet euch, denn pro Semester werden lediglich 25 Bewerber zugelassen. Viel Glück!
Pressemappe als Download:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Presseunterlagen.22.0.html
Internet: www.interprofessionelle-gesundheitsversorgung.de
Info: Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. (www.klinikum.uni-heidelberg.de)
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