Daten zum Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT)

 


Die Gantry ist eine riesige, um ihre Achse drehbare Strahlführung, mit deren Hilfe der Patient von allen Seiten bestrahlt werden kann.


In dem Beschleuniger (Synchrotron) rasen Ionen Millionen Mal im Kreis und erreichen bis zu 75 Prozent der Lichtgeschwindigkeit.

Im HIT des Universitätsklinikums Heidelberg werden bösartige Tumore sowohl mit Schwerionen als auch mit Protonen behandelt. Die Ionenbestrahlung ist ein äußerst präzises und biologisch hochwirksames Therapieverfahren: Ionen werden über eine Beschleunigeranlage auf bis zu 75 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Durch millimetergenaue Steuerung des Strahls wird der Tumor punktgenau getroffen und das umgebende gesunde Gewebe geschont.  
Weltweit einzigartig ist die drehbare Strahlführung (Gantry) für die Behandlung mit Schwerionen. Im Gebäude sind ein Beschleuniger, drei Behandlungsplätze sowie eine drehbare Strahlführung (Gantry) untergebracht. Es ist Teil des Klinikbereiches des Heidelberger Campus und unmittelbar mit der Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie in der Kopfklinik sowie dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen NCT Heidelberg verbunden. 
Wissenschaftliche, technische und klinische Vorarbeiten für das Heidelberger HIT wurden im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Heidelberger Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie, des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung, Darmstadt, das nach wie vor technischer Partner des Universitätsklinikums Heidelberg ist, und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ) in Kooperation mit dem Forschungszentrum Rossendorf (FZR) geleistet. In einem Pilotprojekt wurden am Beschleuniger der GSI in Darmstadt seit 1992 mehr als 400 Patienten, die an schwer behandelbaren Tumoren von Knochen-, Knorpel- oder Weichteilgewebe litten, erfolgreich mit Heilungsraten von 80 Prozent behandelt.

Das gesamte Gebäude verfügt über 5.027 Quadratmeter und ist somit fast so groß wie ein Fußballfeld. Das Gebäude umfasst zwei Stockwerke: Im überirdischen Glasbau sind die Diensträume der Mitarbeiter untergebracht; der Bestrahlungsbereich ist unterirdisch angelegt. In einem  Kupferblock ist die sich über alle drei Stockwerke erstreckenden Schwerionen-Gantry untergebracht. Sie ist 670 Tonnen schwer und der Durchmesser erstreckt sich auf 13 Meter.