22.03.10

Zweifach qualifizieren, doppelt investieren?

Mareike Reimann aus Sauensiek strebt eine Doppelqualifikation an. Im Oktober 2008 begann sie ihre Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Radiologie-Assistentin (MTRA) an den medizinischen Fachschulen der Elbe Kliniken in Stade und ist mittlerweile im 3. Semester. Neben den drei Jahren Berufsausbildung als MTRA wird die 18-Jährige zusätzlich eine Fachhochschulreife erwerben. Damit qualifiziert sie sich nicht nur für ihren Traumjob am Klinikum in Hamburg-Eppendorf, sondern auch für ein weiterführendes Studium an einer Fachhochschule. Welche Erfahrungen hat Mareike Reimann bereits gemacht? Und wie wird es nach ihrer Ausbildung weitergehen? Die mtawerden-Redaktion hat nachgefragt.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, zusätzlich zu Deinem Berufsabschluss eine Fachhochschulreife zu erwerben?

Mareike: Ich hatte meine Ausbildung schon begonnen, da kam mir ein Flyer in die Hände, der über den Doppelabschluss informierte. Vorher gab es das an der Medizinischen Fachschule in Stade überhaupt nicht.

Und warum hast Du Dich dafür entschieden?

Mareike: Ich wollte schon immer einen besseren Abschluss haben. Da kam die Neueinführung des Doppelabschlusses in Stade wie gerufen. Es passte einfach und ich habe JA gesagt. Im August 2009 habe ich mit der Zusatzausbildung angefangen.

Musstest Du Dich für den Doppelabschluss bewerben?

Mareike: Nicht richtig. Man braucht auf jeden Fall einen Realschulabschluss. Das ist Vorrausetzung. Da ich den habe, war es kein Problem. Dann musste ich einen Bogen in zweifacher Ausführung ausfüllen und bei der Leiterin des gemeinsamen Projektes von der Berufsschule abgeben. Und ganz wichtig: einen Lebenslauf. Das war’s auch schon.

Absolvieren alle Mitschüler Deines Semesters solch einen Doppelabschluss?

Mareike: Nein. Einige haben Angst vor der vielen Arbeit. Bei den MTRA entscheiden sich weniger für den Doppelabschluss als in anderen Fachrichtungen. Aber grundsätzlich kommt das schon gut an.

Wie läuft Deine momentane Ausbildung mit der Zusatzqualifikation Fachhochschulreife ab und wie lange wird sie dauern?

Mareike: Meine Ausbildung zur MTRA ist wie bei den anderen auch nach drei Jahren vorbei. Die Fachhochschulreife mache ich nebenher – ein Jahr lang habe ich zusätzlichen Unterricht. Dienstags und donnerstags habe ich jeweils 2 Stunden mehr Deutsch bzw. Englisch und bin von morgens 9 Uhr bis abends um 19.30 Uhr in der Schule. Außerdem muss ich an 4 Samstagen im Jahr zum Unterricht. Nach einem Jahr absolviert man dann die Prüfung. Bei mir ist es im Mai 2010 soweit, dann habe ich wieder mehr Zeit. 

Gibt es Tage, an denen Du es vielleicht ein bisschen bereust, Dich für einen Doppelabschluss entschieden zu haben?

Mareike: Ich bereue es auf gar keinen Fall, mich dafür entschieden zu haben. Auch wenn es bedeutet, dass ich manchmal weniger Freizeit habe. Ab und zu ist es schon ziemlich anstrengend, wenn wir mehrere Arbeiten in einer Woche schreiben. Aber ich weiß einfach, was ich am Ende erreichen werde. Das ist meine Motivation. Außerdem ist es ja nach einem Jahr vorbei. Dann geht meine Ausbildung weiter, wie bei den anderen auch…

Hast Du bereits Pläne, wie es nach Deiner Ausbildung mit gleich zwei Abschlüssen „in der Tasche“ weitergehen soll?

Mareike: Bisher habe ich noch nicht so sehr darüber nachgedacht und konzentriere mich erst einmal auf meine Ausbildung. Aber ich würde schon gern im Klinikum Hamburg-Eppendorf arbeiten. Was sonst noch kommt, weiß ich nicht. Mal sehen, was sich ergibt.

Das Interview führte Heike Nickel von der mtawerden-Redaktion. Die mtawerden-Redaktion bedankt sich bei Mareike Reimann für das Interview.

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