22.03.10

Pionier Lemgo und sein Modell

Die MTLA-Schule-Lippe am Klinikum Lippe-Lemgo bietet bereits seit September 2004 den „Berufsabschluss mit integrierter Fachhochschulreife“ an. Sie hat somit als erste Schule in Deutschland das innovative Bildungskonzept umgesetzt.

Ausbildung für alle SchülerInnen gleich

Das Lüttfeld-Berufskolleg (LBK) ist Kooperationspartner in Lemgo. Dort findet für alle MTLA-Schülerinnen und -Schüler (AbiturientInnen wie auch SchülerInnen mit der bundesgesetzlich vorgegebenen Schulbildung: mittlerer Bildungsabschluss) in der sogenannten MTLA-Klasse der „Fachoberschule für Technik im fachlichen Schwerpunkt Physik/Chemie/Biologie“ der Unterricht in den Fächern Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, Englisch, Statistik/Informatik, Politik/Gesellschaftslehre statt. Diese Unterrichtsstunden wie auch -inhalte und Leistungskontrollen zählen für die AbiturientInnen ausschließlich als MTLA-Ausbildung. Für alle MTLA-SchülerInnen mit mittlerem Bildungsabschluss doppelt:  zum einen als MTLA-Ausbildung, zum anderen als Besuch der Fachoberschule, der zur Fachhochschulreife führt.

Modernes Unterichten im Team 

Das Besondere: Der Unterricht an der MTLA-Schule-Lippe am Klinikum Lippe-Lemgo führt  integrativ zum Ziel, die MTLA-Ausbildung und die Fachhochschulreife zusammen abzulegen.  Konkret bedeutet das: Zusätzliche Inhalte – etwa im Fach „Deutsch/Kommunikation“ - werden für die SchülerInnen mit mittlerem Bildungsabschluss nicht zusätzlich, sondern für alle SchülerInnen integrativ mit fachlichen Inhalten der MTLA-Ausbildung erteilt. Zum Beispiel: Kommentare, Reden, Textproduktion (Protokoll-Beschreibung-Bericht-Inhaltsangabe-Stellungnahme-Interpretation-Erörterung), Textrezeption (Textarbeit-Analyse-Zitiertechnik) sowie Mediendidaktik werden ausschließlich an fachwissenschaftlichen Texten aus den Hauptfächern der MTLA-Ausbildung (Histologie - Klinische Chemie – Hämatologie - Mikrobiologie) sowie im Teamteaching (LehrerIn des Berufskollegs und MTLA-Lehrkraft der MTLA-Schule gemeinsam) unterrichtet.

Vermittlung der MTLA-Fachinhalte auf Englisch

Gleiches gilt für das Fach Englisch. Da das MTA-Gesetz lediglich 40 Stunden, die Vorgaben für die Fachhochschulreife aber 160 Unterrichtsstunden vorsehen, werden Fachinhalte - ebenfalls im Teamteaching - in englischer Sprache vermittelt.  Sport/Gesundheitsförderung ist für die MTLA-Schülerinnen mit mittlerem Bildungsabschluss mit einer Gesamtstundenzahl von 80 Stunden ebenso ein Pflichtfach. Für die AbiturientInnen ist es ein Angebot, das als „Unterrichtsunterbrechung“ gern angenommen wird - zumal dieses Fach nicht mit einer Prüfung endet.

Unterm Strich: Von den 4400 bundesgesetzlich vorgeschriebenen Stunden der MTLA-Ausbildung werden 1200 Stunden von Pädagogen des Berufskollegs in einer MTLA-Klasse unterrichtet, davon 200 Stunden im Teamteaching.  Der theoretisch-praktische Unterricht in den Hauptfächern der Ausbildung wird nach wie vor von MTLA-Lehrkräften in der MTLA-Schule-Lippe am Klinikum-Lemgo erteilt.

Realschüler absolvieren am Ende zwei Prüfungen

Am Ende der Ausbildungszeit legen die SchülerInnen mit mittlerem Bildungsabschluss zwei Prüfungen ab: Zuerst die Fachhochschulreifeprüfung und etwa zehn Wochen später die Staatliche Prüfung als Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in. Die AbiturientInnen müssen nur die Staatliche Prüfung als Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in absolvieren.

Autorin: Gertraud Schmidt

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Weitere Infos:

Interessierte können sich Informationen bei der MTLA-Schule-Lippe anfordern:

Kontakt per Email: mtla-schule(at)klinikum-lippe.de

Weitere Informationen auch unter:

http://www.klinikum-lippe.de/de/forschung-lehre/mtla-schule.html