Im Ausland zu arbeiten, ist für viele Jugendliche ein Traum. MTRA-Schüler Matthias Scholz, der seine Ausbildung an der MTA-Schule am Klinikum der Georg-August-Universität in Göttingen macht, hat sich diesen Traum erfüllt. Von Ende September bis Mitte Dezember 2009 arbeitete er drei Monate lang in verschiedenen Kliniken auf Malta. Der Austausch fand im Rahmen von Leonardo da Vinci, einem Bildungsprogramm der Europäischen Union, statt.
In einem Kurzinterview mit Susanne Werner von der MTAwerden-Redaktion erzählt er, wie es dazu kam und wo er genau war.
Wie kamen Sie darauf, ausgerechnet die Mittelinsel Malta für den Austausch zu wählen?
Scholz: Ich wollte gerne in ein englischsprachiges Land und zudem einen im Vergleich zu Deutschland kulturell anderen Hintergrund erleben. Da fiel meine Wahl auf Malta. Teilweise war die Organisation etwas aufwendig, da man des Öfteren Unterschriften brauchte und diese immer zwischen Göttingen (Schule), Hannover (Leonardo da Vinci) und Malta hin und her geschickt werden mussten. Im Endeffekt hat sich dieser Aufwand aber gelohnt und nach einigen Vorbereitungen (hauptsächlich sprachlich, aber auch fachlich und kulturell) konnte ich zusammen mit einer Klassenkameradin die Reise nach Malta antreten.
Wo genau waren Sie auf Malta beschäftigt?
Scholz: Ich verbrachte zwei Monate im Mater Dei Hospital (Nuklearmedizin und Radiologische Diagnostik) und einen Monat im Sir Paul Boffa Hospital (Strahlentherapie).Das Mater Dei Hospital ist in vielen Bereichen mit hoch modernen Geräten ausgestattet. Dies liegt vor allem daran, dass dieses Krankenhaus erst vor zwei Jahren fertiggestellt wurde und somit auf dem neuesten Stand der Technik ist. Es ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und hat 825 Betten sowie 25 OP Räume (operating theaters). Während dieses Krankenhaus also den Luxus an medizinischen Geräten zu bieten hatte, war das Sir Paul Boffa Hospital das krasse Gegenteil. Es ist ein kleines Krankenhaus, das komplett auf die Behandlung und Versorgung von krebskranken Patienten ausgelegt ist. Es hat 85 Betten. Die medizinische Ausstattung ist sehr veraltet und auch die Stationen und Krankenhausflure machen einen eher altmodischen Eindruck, dennoch hat mir das Arbeiten auch hier sehr viel Spaß gemacht, vor allem der Ausblick auf den Hafen von Valletta war einmalig.
Wie ist Ihr Gesamteindruck vom Leben und Arbeiten auf Malta?
Scholz: Ich habe die Zeit auf Malta sehr genossen und würde jederzeit wieder diesen Schritt ins Ausland wagen. Die Kollegen waren im Umgang mit mir sehr locker, man hat sich viel erzählt und ich hatte das Gefühl, dass die meisten dort arbeiten, weil es ihnen Spaß macht. Sprachlich hatte ich überhaupt keine Probleme. Im Krankenhaus wurde größtenteils Englisch gesprochen und auch sonst konnte fast jeder im Land Englisch. Durch den vorher belegten Englischkurs fühlte ich mich gut vorbereitet. Meine Klassenkameradin und ich nutzten jeden freie Minute, um die Insel mit den berühmten maltesischen Bussen zu erkunden. Nach drei Monaten kann ich somit sagen, dass ich fast jeden sehenswerten Flecken der drei maltesischen Inseln gesehen habe.
Man kann sagen, dass dieses Land sehr facettenreich ist und im Blick auf Kultur und Geschichte eine Menge zu bieten hat. So haben wir viele Tempelstätten und Museen besichtigt, aber auch das Strandleben kam nicht zu kurz. Es ist schon sehr angenehm, wenn man seinen Feierabend an einem schönen Strand verbringen darf. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte diesen anderen Teil Europas kennenzulernen und werde diese tolle Erfahrung nie vergessen. Ich habe viel gelernt und dieser Aufenthalt hat mich sicherlich menschlich und fachlich weitergebracht.
Hinweis: Mehr Infos zum Austauschprogramm, zu den organisatorischen Fragen sowie zum Aufenthalt auf Malta im Rahmen einer MTA-Ausbildung findet sich im Abschlussbericht von Matthias Scholz. Die MTAwerden-Redaktion bedankt sich bei Matthias Scholz, dass er der Bericht zur Verfügung gestellt hat.

