David Schmid hat sich für die Ausbildung zum Medizinisch-technischen Radiologieassistenten (MTRA) entschieden. Der 23-Jährige ist bereits im 4.Semester der MTRA-Ausbildung am Bildungszentrum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Für MTAwerden berichtet David Schmid von seinen Erlebnissen während eines Praktikums. Susanne Werner von der MTAwerden-Redaktion hat es protokolliert:
Fasziniert vom Einblick in den Körper
„Das Tätigkeitsfeld einer MTRA habe ich während meines Pflegepraktikums kennengelernt. Das war am Paracelsus-Klinikum in Karlsruhe. Es sollte für mich eine Überbrückung nach dem Abitur sein, bis ich einen Studienplatz in Medizin bekomme. Doch während des Praktikums habe ich dann die Technik in der Radiologie kennengelernt. Das fand ich klasse! Die Technik gewährt einen Einblick in den menschlichen Körper, ohne dass der Patient irgendwie aufgeschnitten werden muss! Ich war sehr fasziniert und so war bald klar, dass ich nicht in der Pflege, sondern im MTRA-Berufsfeld meine Ausbildung machen will.
Dass die vier MTA-Berufe als Frauenberufe gehandelt werden, war mir damals nicht bewusst. Der Hinweis „das ist doch ein Frauenberuf!“ hätte mich aber auch nicht abgeschreckt. Es gibt in meinem Jahrgang sogar mehr Männer als Frauen. Und für die Ausbildung am Campus Lübeck habe ich mich entschieden, weil meine Freundin hier in der Nähe wohnt. In meinem beruflichen Umfeld fühle ich mich nicht als „Exot“ – dann schon eher, weil ich als Badener – ich bin in Karlsruhe aufgewachsen – nun in Lübeck wohne. Das gibt es selten.
Die Aufklärung der Patienten ist wichtig
Aktuell mache ich gerade ein Praktikum am Sana-Klinikum vor Ort in Lübeck. Der übliche Tagesablauf? Nun, heute zum Beispiel war es so: Ich habe um 8 Uhr mit der Arbeit im Röntgen begonnen. Zuerst mussten wir zwei Patienten röntgen, die eine Beinamputation hinter sich hatten. Das Wichtigste überhaupt ist, mit den Patienten zu sprechen und sie auch vor unnötiger Bestrahlung zu schützen. Das heißt bei Patientinnen zum Beispiel, dass man sie immer fragen sollte, ob sie ein Kind erwarten.
Es geht nicht nur um Technik und schon gar nicht bloß ums Knöpfchen drücken. Man muss auf die Patienten zugehen, mit ihnen reden, sie aufklären, welche Untersuchungen nun anstehen. Danach folgen die einzelnen Arbeitsschritte im Röntgen: Das Einschieben der Kassette, das sorgfältige Lagern des Patienten, das Einstellen der Röntgenröhre und schließlich die Kontrolle, bevor man im Vorraum die Aufnahme auslöst. Natürlich sollte man auch nie vergessen, gewisse Körperregionen mit einem Bleischutz zu bedecken. Generell müssen auch die Bleibuchstaben mit aufgenommen werden, damit klar ist, welche Seite des menschlichen Körpers zu sehen ist.
Angiographie: Gefäße sichtbar machen
Danach war ich in der Angiographie. Dort werden die Gefäße sichtbar gemacht und man arbeitet mit einem entsprechenden Kontrastmittel. Das war sehr aufregend, da der Patient, der zur Untersuchung kam, eine sehr ansteckende Infektion hatte. Das heißt: Alle arbeiten zusätzlich mit Schutzkittel, Handschuhen und Maske – unter dem ganzen Outfit versteckt sich ja bereits die schwere Bleischürze. Dennoch sind immer sterile Kittel und sterile Handschuhe oberstes Gebot, wenn die Angiographie losgeht. Die Aufgabe eines MTRA ist es dann, den „sterilen Tisch“ zu decken: Alle Instrumente – von Punktionsnadel, Kontrastmittel, Skalpell, Spritze, Kochsalzlösungen bis hin zu den Stents und Kathetern – müssen bereitliegen. Die eigentliche Untersuchung habe ich dann in sicherer Entfernung hinter der Bleischeibe verfolgt. Das war spannend.
Und auf der Intensivstation war ich heute Vormittag auch: Ich habe mitgeholfen, fünf Patienten mit einem mobilen Röntgengerät zu röntgen. Da muss man die Kassette unter den Rücken der Patienten schieben und dann entweder das Atemkommando für den Patienten geben oder – wenn das nicht möglich ist – selbst auf die Atmung des Patienten achten und im richtigen Moment die Aufnahme auslösen.
Röntgen heißt: Fit in der Anatomie und in den Einstelltechniken
Am Nachmittag war ich wieder am Röntgengerät in der Radiologie: Das Röntgen ist ja so etwas wie die „Königsdisziplin“ für einen MTRA. Da muss man fit sein in der Anatomie und die Einstelltechniken beherrschen. Bei so einem Praktikum passiert es natürlich immer wieder, dass die MTRA-Kollegen einen so nebenbei abfragen: „Was siehst Du da auf diesem Röntgenbild?“ Oder: „Wie heißt der Knochen an der Hand?“ 206 Knochen hat der Mensch und wir müssen jeden mit dem deutschen und dem lateinischen Namen kennen. Das Lernen fällt mir bei einem Praktikum leichter. „Learning by doing“ eben. Der MTRA-Beruf bietet eine gute Mischung aus Technik und dem Kontakt mit Menschen. Zudem ist man mit jedem Patienten gefordert, diesen individuell zu behandeln und die Geräte entsprechend einzustellen. Das ist sehr abwechslungsreich.“

