16.02.10

Das eigene Interesse als innerer Motor

Anfang der 90er Jahre machte Alex Riemer in Offenbach seine Ausbildung als MTRA. Damals dachte er nicht im Traum daran, dass er zwölf Jahre später in leitender Position bei Toshiba Medical Systems GmbH Deutschland Karriere machen würde. Der 38-jährige ist heute als „Clinical Application Manager“ für die Kunden der Medizintechnik-Sparte des japanischen Konzerns in Deutschland zuständig. Konkret betreut er die Applikation von Computertomographen (CT) und die Einführung in die Röntgentechnik. „Ich bin so etwas wie das klinische Bindeglied zwischen Toshiba und den Kunden“, sagt er über sich selbst. Und das bedeutet viele Kontakte und viel Kommunikation.

Austausch auf Augenhöhe

Alex Riemer ist bundesweit für seinen Arbeitgeber unterwegs und informiert gemeinsam mit den Kollegen aus dem Vertrieb potentielle Kunden – Kliniken, Universitäten und Praxen – über neue Geräte und Techniken aus dem Hause Toshiba. "Da ich selbst jahrelang in Kliniken tätig war, verstehe ich die Sorgen und Wünsche der MTRA-Kollegen genauso wie die der Fachärzte. Wir sprechen eine Sprache", sagt er. Wenn die Klinik einen neuen CT anschafft, ist er mit seinem Team vor Ort, um in die Bedienung des Systems einzuweisen und die Möglichkeiten der klinischen Anwendungen zu schulen. „Der Chefarzt wird genauso geschult wie die MTRA-Kollegin. Der Austausch funktioniert auf Augenhöhe und erfordert vom Applikationsspezialisten ein weit gefächertes, fundiertes Wissen und hohe emotionale und soziale Kompetenz.“

Erste Berufserfahrung am Klinikum Darmstadt

Als Alex Riemer 1990 vor der Berufswahl stand, war bald klar, dass er seiner Mutter, ebenso MTA,  folgen würde – zumindest was die beruflichen Fußstapfen angeht. Nach der Ausbildungszeit wechselte er ans Klinikum Darmstadt und hat dort alle Stationen durchlaufen und alle jene Erfahrungen gemacht, die zum Berufsalltag eines jeden MTRA gehören: der routinierte Umgang mit Patienten, der Austausch mit den Ärzten, die Durchführung der Untersuchungen, das Bedienen modernster technischer Geräte. Alex Riemer ist nach wie vor von der Arbeit in der Radiologie begeistert: „MTRA ist ein sehr vielseitiger Beruf. Da ist zum einen die Technik, die man beherrschen muss, da sind die Menschen, die als Patienten sehr unterschiedlich mit ihrem Schicksal umgehen und unterm Strich bin ich in meiner Arbeit als MTA immer wieder gefordert, die Herausforderungen mit jedem Patienten kreativ und auf qualitativ hohem Niveau zu meistern.“

Vorträge auf internationalem Parkett

Schon am Klinikum in Darmstadt hat ihn das Mehrschicht-CT besonders interessiert: „Ein tolles Gerät!“ Sein spezielles Interesse wirkte wie ein innerer Motor und so machte er bald weitere Karriereschritte: Alex Riemer hält Vorträge bei MTA-Tagungen, auf dem Deutschen Röntgenkongress oder führt Workshops bei Firmen durch. Das ist bis heute so geblieben: Auch für Toshiba ist er immer wieder unterwegs, um bei nationalen und internationalen Kongressen dabei zu sein. 2009 ging es beispielsweise nach Chicago, Cannes oder Wien. Wenn Alex Riemer dann mitunter selbst am Rednerpult steht, ist ein Vortrag in fließendem Englisch selbstverständlich. Denn auch diese Herausforderung bringt die Tätigkeit bei einem internationalen Konzern eben mit sich.  

Sich der eigenen Stärken bewusst werden

„Meine Karriere war ein fließender Prozess“, sagt Riemer. Er habe nicht jeden Posten ehrgeizig angestrebt, sondern ließ sich immer wieder von seinen Interessen leiten. Wenn sich daraus Chancen ergaben, hat er beherzt zugegriffen. Bei der Frage, was er einem Nachwuchs-MTA für die Karriereplanung raten würde, tut er sich zunächst etwas schwer. Am Ende hat er aber drei Hinweise parat: Sammle Erfahrung, denn das ist dein Fundament! Sei nicht heißspornig auf Geld versessen, sondern lass’ dich von deinem Spaß an der Arbeit leiten! Werde dir deiner Stärken bewusst und versuche diese auszubauen!   

Arbeiten an einem neuen Schulungskonzept

Aktuell ist er mit seinem Team dabei ein neues Schulungskonzept für seine Kunden aufzubauen und umzusetzen. Er will vor allem jene Praktiker ansprechen, die die neue Technik vertiefen wollen und sie maßgeschneidert für ihre Praxis anwenden möchten. Mit diesem Engagement will Riemer auch die eigene Berufsgruppe stärken: „Ich möchte, dass das Potential des MTA-Berufs gesehen und voll ausgeschöpft wird, damit der Stellenwert der Berufsgruppe im Gesundheitswesen anerkannt wird. Dazu trage ich gerne meinen Anteil bei.“

Autorin: Susanne Werner