Berufseinstieg als MTLA in der Schweiz

Interview mit Helena, 22 Jahre, aus Bovenden in Südniedersachsen

Während ihrer Ausbildung zur MTLA in Göttingen absolvierte Helena ein Praktikum in der Pathologie in Irland. Diese Erfahrung weckte in ihr die Lust, nach ihrem Abschluss wieder ins Ausland zu gehen. Im Internet stieß sie auf die Website der Firma Medalytik, die MTLA u.a. in die Schweiz vermittelt. Sie nahm Kontakt auf und hatte wenig später ihre ersten Vorstellungsgespräche und schon bald eine Festanstellung in einem Histologie-Labor in Aarau.

Helena spricht mit MTAwerden über ihre Job-Recherche, ihre Bewerbung, ihr Fußfassen in der Schweiz und über ihren Job. 

Helenas Bewerbungsfoto für Ihre Bewerbung in die Schweiz

Wie bist du bei der Jobsuche in der Schweiz vorgegangen? Wo hast du dich informiert?
Helena: Bei der Job-Recherche im Internet fand ich die Stellen-Ausschreibungen auf der Website Medalytik.de. Ich sendete meine Bewerbungsunterlagen ein und erhielt umgehend Rückmeldung von Herrn Signer. Telefonisch sprachen wir über den Berufseinstieg in die Schweiz, über zu mir passende Jobs und das weitere Vorgehen. Das war Ende März 2017.

Wann wurde es konkret? Wann gab es das erste Vorstellungsgespräch?
Etwa zwei Wochen nach unserem ersten Kontakt mailte mir Herr Signer drei Job-Angebote aus  unterschiedlichen Labors mit unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen.

Und dann hast du dich einfach in die Bahn gesetzt und bist losgefahren?
Nicht ganz. Ich habe mich auf drei auf einander folgende Tage festgelegt, an denen ich in die Schweiz fahren wollte. Herr Signer sprach mit den Labors und konnte dann alle drei Vorstellungsgespräche in diesen Zeitraum legen. Ich reiste mit dem Auto an, was sich als unpraktikabel herausstellte, da das Parken in der Schweiz komplizierter ist als in Deutschland. Vor dem ersten Vorstellungsgespräch hatte ich mich mit Herrn Signer verabredet. Er gab mir weitere nützliche Tipps für das Gespräch und die Probearbeitstage.

Wann fand das Vorstellungsgespräch in der Histologie statt – also mit deinem neuen Arbeitgeber? 
Direkt am nächsten Tag. Ungefähr einen Monat nach dem ersten Kontakt mit Herrn Signer.

Wie verlief es?
Sehr gut. Ein paar Unterschiede zu einem Vorstellungsgespräch in Deutschland sind mir schon aufgefallen. Zum Beispiel wurde ich aufgefordert, im Rahmen des Gesprächs in den Laboralltag rein zu schnuppern. Da überraschte mich das Arbeitsklima: Es ist geradezu familiärer. 

Was denkst du heute: War der Schritt in die Schweiz zu gehen, die richtige Entscheidung? 
Ja. 

Entspricht die Arbeit deinen Vorstellungen? 
Auf jeden Fall.

Wie klappt es mit dem Schwiizerdütsch? 
Noch tue ich mich etwas schwer mit dem Schwiizerdütsch. Bisher verstehe ich vielleicht die Hälfte. Solange bin ich ja noch nicht in der Schweiz und mit der Zeit wird das schon. Ich gebe mir Mühe.

Was denkst du, wie lange es dauert, bis du Fuß gefasst hast?
Bestimmt drei Monate oder sogar länger. Wir hatten zu unserem Start im Kantonspital Aarau eine Einführungsveranstaltung über zwei Tage. Dabei habe ich einige Deutsche kennengelernt, mit denen ich auch schon etwas unternommen habe. Davon abgesehen sind all meine Kollegen super lieb und hilfsbereit, sodass ich mich nicht unwohl oder gar allein gelassen fühle. 

Bist du im Team angekommen? 
So langsam. Einer meiner Arbeitskollegen kommt auch aus Deutschland und gibt mir immer hilfreiche Tipps. Aber auch alle anderen sind für mich da, wenn ich Fragen habe.  

War es leicht, eine Wohnung zu finden?
In meinem Fall Ja. Von meinem Arbeitgeber hätte ich ein Personalzimmer bekommen können. Diese werden in WGs vermietet und sind kostengünstig. Ich habe mich aber für eine eigene Wohnung entschieden, die schon möbliert ist und direkt am Arbeitsplatz liegt. Leider kann ich sie nur drei Monate haben, aber eine „richtige“ eigene Wohnung ist auch schon gefunden. Mit ein paar Kontakten stellt die Wohnungssuche kein Problem dar. Darüber hinaus gibt es Wohnungsanzeigen in Supermärkten oder im Internet, ja selbst im Krankenhaus im Aushang. Und wenn man durch die Stadt läuft, hängen Plakate an den Häusern mit dem Hinweis: Wohnungen zu vermieten. 

Abschließend noch drei Fragen: Warum die Schweiz?
Da ich schon Auslandserfahrung habe, war mir bewusst, dass ich nach der Ausbildung definitiv gerne nochmal im Ausland arbeite möchte. Im Internet habe ich mich informiert, welche Möglichkeiten es für mich gibt. Eine Initiativ-Bewerbung sei schwierig, erfuhr ich. Ich war daher sehr froh, als ich die Stellen-Angebote und den Kontakt zu Herrn Signer fand.

Über die Schweiz wusste ich nicht viel, nur dass es wunderschöne Landschaften geben soll und der Verdienst sehr gut ist. Mit Herrn Signer hat sich mir die Gelegenheit angeboten, hier zu arbeiten. Diese habe ich umgehend ergriffen, nicht zuletzt um Land, Leute und Kultur besser kennenzulernen. 

Planst du irgendwann wieder nach Deutschland zurück zu kommen?
So genau kann ich das im Moment gar nicht sagen. Es kann sein oder nicht. 

Hat dich deine Ausbildung in Deutschland gut auf die Arbeit in der Schweiz vorbereitet?
Im Großen und Ganzen: ja.

Helena, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für deinen weiteren Weg.


Weitere Infos

Ein Interview mit Robert Signer, Helenas Jobvermittler, sowie den Kontakt zu ihm findest du hier