Interview: Arbeiten in der Schweiz

- Peter Candaten, Viva Jobs in Bern
Peter Candaten, Geschäftsleiter der Personalvermittlungsfirma im Gesundheitsbereich Viva Jobs in Bern, nimmt für mtawerden.de Stellung zu den Themen: Arbeiten in der Schweiz, Arbeitsbedingungen für Medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten, Anerkennung der deutschen Ausbildung und Zukunftsaussichten.
Was macht die Attraktivität aus, in der Schweiz zu arbeiten?
Peter Candaten: Die Schweiz ist seit langem ein interessantes Land für Leute aus aller Welt – zum Leben und zum Arbeiten. Seit 2005 werden die Bürger der EU-Länder dank der bilateralen Verträge zwischen der EU und der Schweiz in Bezug auf die Einreise und die Arbeitsbewilligung wie Schweizer behandelt. Das macht die Sache viel einfacher. Zudem sind die Arbeitsbedingungen in Bezug auf die Gehälter sehr gut. Ein MTRA, frisch ab Ausbildung verdient in der Schweiz umgerechnet ca. Euro 56.000 brutto. Das sind nach Abzug sämtlicher Abgaben wie Steuern, Krankenkasse usw. ungefähr Euro 39.200 netto. Zudem bietet die Schweiz aufgrund ihrer vielfältigen Natur eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten.
Wie sind die Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten, Einstiegsgehalt, Nacht- bzw. Wochenendzulage?
Peter Candaten: Die Arbeitsbedingungen gerade im Gesundheitsbereich sind sehr gut. Das Ansehen von Pflegepersonal, von MTRA und anderen Berufen, ist in der Schweiz hoch. Die Arbeitszeiten liegen je nach Betrieb bei 40 bis 42 Stunden pro Woche. Nacht- bzw. Wochenendzulagen werden je nach Arbeitgeber individuell gehandhabt.
Wird die deutsche Ausbildung in der Schweiz – auch im französischen Teil – ohne Einschränkung anerkannt?
Peter Candaten: Die deutsche Ausbildung der MTRA ist in der Schweiz anerkannt. Im französischen Teil allerdings ist die Sprachbarriere einfach zu groß um in einem für den Arbeitgeber sinnvollen Rahmen Fuß zu fassen.
Wie lange bleiben deutsche MTRA im Durchschnitt in der Schweiz?
Peter Candaten: Diese Frage kann man nicht so einfach beantworten. Viele Deutsche bleiben in der Schweiz, obschon sie zu Beginn von 3-5 Jahren ausgegangen sind. Andere gehen nach 5 Jahren zurück und kommen dann wieder. Es gibt keine genauen Statistiken. Aber unsere Erfahrung zeigt, es gefällt den Deutschen in der Schweiz sehr.
Sind Arbeitsverträge meist zeitlich befristet?
Peter Candaten: Die Arbeitsverträge sind zeitlich unbefristet außer es wird explizit jemand ausschließlich für eine gewisse Zeit gesucht.
Welche Erfahrungen haben Sie mit deutschen Absolventen? Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Kunden, Kliniken und Institutionen?
Peter Candaten: Da jährlich über 20.000 Deutsche neu in die Schweiz ziehen und permanent über 200.000 Deutsche in der Schweiz wohnen, ist diese Frage schnell beantwortet. Die Deutschen fühlen sich wohl und wir Schweizer sind daran gewöhnt.
Woraus resultiert der Mangel an MTRA?
Peter Candaten: In der Schweiz haben wir dank der florierenden Wirtschaft und dem daraus resultierenden Wachstum in fast allen Berufsgruppen zu wenige Fachleute. Im Gesundheitswesen natürlich auch. Wir haben gar nicht so viele Menschen im arbeitsfähigen Alter, damit wir all die benötigten Stellen besetzen können.
Wird in naher Zukunft die Nachfrage nach ausländischen MTRA eher steigen oder fallen?
Peter Candaten: Diese Situation wird sich noch zuspitzen, da in den nächsten Jahren die Baby-Boomer-Generation in Rente geht und dadurch der Bedarf an Arbeitskräften noch größer wird.
Wie schaut die Nachfrage nach MTA in den drei anderen Bereichen aus: Laboratorium (MTLA), Funktionsdiagnostik (MTAF) und Veterinärmedizin (VMTL)?
Peter Candaten: Die Nachfrage an guten MTA jeglicher Fachrichtung ist groß. Darum freuen wir uns sehr über jede einzelne Bewerbung!
Weitere Informationen findet ihr hier:
www.viva-jobs.ch
info(at)viva-jobs.ch
