Als MTLA in die Schweiz – Robert Signer hilft

Interview Juli 2017 – Robert Signer leitet die Vermittlungsagentur Medalytik mit Sitz in Baden in der Schweiz. Er unterstützt MTLA bei der Jobsuche oder einem Jobwechsel. Dabei agiert er grenzübergreifend in den drei Ländern: Schweiz, Deutschland und Österreich. Aktuell vermittelt Robert Signer MTLA vor allem in die deutschsprachige Schweiz. Das zeigt schon ein Blick in die kleine Auswahl an Stellenausschreibungen, die er auf seiner Website anbietet.

Foto: Robert Signer in Zürich / Herr Signer absolvierte seine Ausbildung zum BTA (Biologisch-technischer Assistent) in Köln. Es folgten Jobs in der medizinischen Labordiagnostik in Universitätsspitälern und als Labor-Manager im Preclinical Research. Heute vermittelt er MTLA.

Robert Signer ist Spezialist im Bereich Biomedizinische Analytik. Er weiß, welche Qualifikationen seine zu vermittelnden MTLA mitbringen müssen, um den Anforderungen an einen von ihm vermittelnden  Job, zu entsprechen. Diese Qualifikationen erörtert er zusammen mit den jobsuchenden MTLA in ausführlichen Gesprächen. Auf Basis dieser schlägt er dann passende Jobangebote vor.

Für MTAwerden berichtet Herr Signer über die aktuelle Job-Situation in der Schweiz, über seine Arbeit als Job-Vermittler und über die Erfahrungen mit den von ihm vermittelten deutschen MTLA.

Herr Signer, nehmen wir an, Sie lesen folgende E-Mail:  
Lieber Herr Signer, auf MTAwerden.de habe ich Ihr Interview gelesen. Ich beende in vier Monaten meine Ausbildung zur MTLA in Frankfurt und könnte mir vorstellen, erst einmal in der Schweiz zu arbeiten.
 

Was würden Sie mir antworten?
Robert Signer: Es gibt für MTLA aus Deutschland – auch direkt nach der Ausbildung –, sehr gute Möglichkeiten in der deutschsprachigen Schweiz eine Stelle zu finden. Nach einem telefonischen Interview kann ich Ihnen passende Stellen vorschlagen. Zu diesen erhalten Sie von mir Hintergrundinfos zu Team, Laborgeräte, Lohn, sowie Vor- und Nachteile im Karriereschritt. Sie entscheiden dann, welches Angebot Ihnen zusagt und bei welchem Labor Sie sich bewerben möchten.  

Wie stehen meine Chancen, dass ich in der Schweiz einen Job finde? Reicht meine Ausbildung? Oder sollte ich Arbeitserfahrung und Zusatzqualifikationen mitbringen?
Die Ausbildung reicht meistens aus. Ich kläre dieses zur Sicherheit für Sie mit der Laborleitung vorher ab. Selbstverständlich muss im Team genügend Kapazität vorhanden sein, um Tätigkeiten ausführlich anlernen zu können. Zudem werden zahlreiche Weiterbildungskurse angeboten. Ihre Teilnahme wird von schweizer Arbeitgebern unterstützt und gerne gesehen. So können Sie etwa den in der Schweiz anerkannten Titel einer/eines Biomedizinische/-n Analytiker/-in HF erwerben oder sich weiter in eine Fachrichtung spezialisieren. Dies gilt auch für Teamführung und Management Kurse. Sie erhöhen damit Ihre Chancen auf einen späteren lukrativen Jobwechsel. Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz eine recht rege Wechseldynamik.

Was verstehen Sie unter Vermittlung? Geben Sie beispielsweise Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung?
Selbstverständlich erhalten Sie ein kostenfreies Coaching. Dieses reicht von der Gestaltung des Lebenslaufs bis zum Umgang mit Interviewfragen und der Ausarbeitung der Bewerbungsstrategie. Wichtig hierbei ist – „Beratung heißt verstehen“. Da ich selbst lange im Labor gearbeitet habe, weiß ich worauf es den jeweiligen Arbeitgebern ankommt.

Unterstützen Sie in Alltagsfragen wie Arbeitserlaubnis, Kontoeröffnung oder Wohnungssuche?
Aktuell betreue ich eine „frisch gebackene“ MTLA aus Deutschland. Nachdem wir die passende Stelle gefunden hatten, besichtigte ich eine Wohnung für Sie und habe Fragen mit dem Vermieter geklärt. Grundsätzlich helfen wir in der Organisation der Rückerstattung von Reise- und Hotelkosten und natürlich auch in Sachen Arbeitsbewilligung, Kontoeröffnung und Versicherungen.

Was könnte ich verdienen?
Es variiert von Spitälern zu privaten Diagnostiklabors. Auch die Region spielt in der Schweiz eine wichtige Rolle. So wird man in Zürich Stadt in einem Privat-Labor besser bezahlt, als in einem Regionalspital auf dem Land. Trotzdem steht sich beides im Verhältnis, da Sie in der Stadt auch mehr Ausgaben haben. Am Ende sollten sie den Vergleich zu Deutschland sehen. Man hat einfach gesagt mehr Geld zur Verfügung, und kann somit mehr Geld auf die Seite legen oder in andere Ausgaben investieren.  

Ein Einstiegseinkommen liegt Brutto etwa bei CHF 5.000,- bis 5.600,- pro Monat inkl. 13. Monatsgehalt. Hinzu kommen noch die Zuschläge aus Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. Nach Abzug der Steuer und Versicherung haben sie umgerechnet etwa CHF 4.200,- bis 4.800,- netto pro Monat. Der Wechselkurs zum Euro beträgt 1,08 (Stand: 1. Juli 2017 / aktueller Kurs).

Nehmen wir an, ich bin verheiratet und würde meine Frau und meine dreijährige Tochter mitbringen. Wir bräuchten möglichst eine Dreizimmer-Wohnung und einen Kindergarten-Platz. Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Die Miete ist davon abhängig, ob Sie im Stadtzentrum wohnen oder auf dem Land. Sie sollten mit etwa CHF 1.400,- bis 1.900,- für eine Dreizimmerwohnung rechnen.

Wie viele deutsche MTLA haben Sie schon vermittelt? Wann den letzten?
Ich habe viele MTLA innerhalb der Schweiz vermittelt. Der Bedarf an MTLA ist jedoch seit 2011 massiv angestiegen. Labors suchen daher kompetente Mitarbeiter/-innen vermehrt auch im Ausland, besonders dem deutschsprachigen Ausland. Nächste Woche startet meine neueste, in die Schweiz vermittelte MTLA-Absolventin aus Deutschland im Bereich Histopathologie.

Wie lange bleiben deutsche MTLA im Durchschnitt?
Bei der Vermittlung von MTLA achte ich sehr genau darauf, dass Job-Profil und Bewerber-Profil perfekt zusammen passen. Deshalb bleiben die von mir vermittelten MTLA oftmals mehrere Jahre in dem selben Labor. „Don`t change a winning Team!“

Was sind das für Menschen, die sich für einen Job in der Schweiz entscheiden?
Über die Jahre habe ich gelernt, Menschen nicht in Kategorien einzuteilen. Jeder Mensch ist individuell. Ich höre mir Ihre Situation genau an und bespreche die Herausforderungen sehr offen und ehrlich. Nach der Beratung ist ihnen sicherlich klar geworden, ob ein Berufseinstieg oder ein Jobwechsel zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll für Sie ist.

Bekommen Sie Feedback nach einer Vermittlung? Was berichten „Ihre“ MTLA? Sind sie zufrieden mit der Arbeit?
Wir bleiben in Verbindung und beobachten die jungen Erwachsenen. Es ist sehr schön zu sehen, wie Ausbildungsabsolventen zu eigenständigen und berufstätigen MTLA werden und sich entfalten.

Was berichten "Ihre" deutschen MTLA vom Leben außerhalb der Arbeit? Was vermissen sie?
Ich höre meist von einer Bereicherung im Leben. Es werden viele neue Erfahrungen gemacht. In der Schweiz gibt es auch gute Möglichkeiten, schöne Dinge in der Natur zu unternehmen. Und Deutschland ist nicht weit.

Was berichten die schweizer Arbeitgeber über die deutschen MTLA?
Es herrscht eine positive Stimmung gegenüber Mitarbeitern aus Deutschland. Jede/-r MTLA mit abgeschlossener Ausbildung und guter Motivation ist willkommen und gerne gesehen. 

Vielen Dank Herr Signer für das Gespräch.

Kontakt

Hast du Fragen? – Herr Signer beantwortet sie gerne. Du erreichst ihn per E-Mail an: robert.signer(at)medalytik.com

Seine Website findest du unter: www.medalytik.com