Den Behandlungsprozess des Arztes mitdenken

Thomas Kosinski arbeitet als Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik (MTAF). Der 32-Jährige hat 2001 sein Examen an der MTA-Schule des Ausbildungszentrums am Uniklinikum Halle absolviert und arbeitet inzwischen in einer kardiologischen Praxis in Hamburg. Für MTAwerden berichtet er aus seinem  Arbeitsalltag. Susanne Werner von der MTAwerden-Redaktion hat es protokolliert:

Patientenaufnahme und Anmeldung
„Meine Aufgaben als MTAF lassen sich grob in drei Bereiche unterteilen: In der Patientenaufnahme und Anmeldung bündeln sich alle organisatorischen und verwaltenden Tätigkeiten. Es geht darum, Termine zu koordinieren und gegebenenfalls unvorsehbare Notfälle in den Behandlungsablauf zu integrieren Es müssen telefonische Anfragen beantwortet werden, Bestellungen und Abrechnungen sind zu erledigen – alles in allem ist das eher eine Büroarbeit, bei denen man als MTAF effektiv organisieren und gut kommunizieren muss. Da ich in einer kardiologischen Praxis tätig bin, die Belegbetten im Krankenhaus hat, gehört es auch zu meinen Aufgaben, Operationen an Patienten vorzubereiten sowie während des Eingriffs dabei zu sein.

Umfassende Vorbereitung 
Zu den vorbereitenden Tätigkeiten außerhalb des Operationssaales, dem zweiten Bereich meiner aktuellen Aufgaben, gehören sämtliche Arbeitsschritte im Vorfeld einer Untersuchung. Allen Patienten muss vorher erst die Leiste rasiert und ein venöser Zugang im Arm gelegt werden kann. Auch die weiteren Materialien für die Intervention  vorzubreiten und müssen auf ihre Funktionstauglichkeit geprüft sein.

Kontrolle zur Sicherheit des Patienten
Das dritte Aufgabengebiet ist das eigentliche Kernstück des MTAF- Berufes – dabei  geht es um die Unterstützung des Arztes während des Eingriffs. Wir Assistenten sind vor allem für die Sicherheit des Patienten während der Intervention  zuständig: Die Patienten sind  an ein Elektrokardiogramm (EKG) angeschlossen und unsere zentrale Aufgabe ist, die Aufzeichnung der Vitalfunktionen des zu Untersuchenden  laufend zu überwachen. Der Arzt muss sich voll auf seine Arbeit konzentrieren und kann nicht fortlaufend  die Aufzeichnungen kontrollieren. Zeigt das EKG dann Herzrhythmusstörungen beim Patienten an, wie zum Beispiel das Kammerflimmern, müssen wir sofort aktiv werden, eine Reanimation einleiten oder im schlimmsten Fall das Notfall-Team alarmieren.

Ablauf der Untersuchung mitdenken
Als MTAF bin ich gefordert, den gesamten Untersuchungsablauf für den Arzt mitzudenken und gegebenenfalls mit meiner beruflichen Kompetenz auch einzugreifen, wenn Gefahr für den Patienten droht. Das macht für mich den besonderen Reiz dieser Arbeit aus. Wer MTAF werden will, sollte Stress aushalten,  Abläufe und Tätigkeiten gut organisieren können. Im beruflichen Alltag muss man wach und präsent sein und letztlichendlich auch mit den Patienten gut kommunizieren können.“